13-11-2025_Fachvortragsabend der Kreisbrandinspektion in der Stadthalle Pfarrkirchen
Rund 200 Einsatzkräfte aus dem Landkreis Rottal-Inn sowie aus den Nachbarregionen Altötting und dem oberösterreichischen Bezirk Braunau sind der Einladung der Kreisbrandinspektion zum diesjährigen Fachvortragsabend in die Stadthalle Pfarrkirchen gefolgt. Neben den zahlreichen Feuerwehrangehörigen nahmen auch Vertreter des Bayerischen Roten Kreuzes, des Technischen Hilfswerks, der Polizei sowie mehrere kommunale Vertreterinnen und Vertreter aus dem gesamten Landkreis teil. Damit bot die Veranstaltung ein breites Forum für alle Akteure der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr.
Kreisbrandrat René Lippeck eröffnete den Abend und begrüßte die Gäste mit einem Dank für ihr Engagement und ihre Bereitschaft zur Weiterbildung. Er betonte die wachsende Bedeutung von fachlicher Qualifikation und interdisziplinärer
Zusammenarbeit in Zeiten zunehmender und komplexer Schadensereignisse. Die Organisation und Moderation des Abends lag in den Händen von Fach-Kreisbrandmeister Heiko Schedlbauer, der durch das Programm führte und die Referentinnen und Referenten vorstellte.
Im Mittelpunkt standen mehrere fachlich anspruchsvolle Vorträge, die ein breites Spektrum an Einsatzszenarien und Problemstellungen abdeckten, mit denen Feuerwehren heute konfrontiert sind.
Den Auftakt machte Lea Staber, Tierärztin und Mitglied einer Feuerwehr im Landkreis
Rosenheim. In ihrem Vortrag beleuchtete sie die besonderen Gefahren und Herausforderungen bei Bränden in Ställen, die aufgrund der Größe der Gebäude und der oft hohen Tierzahlen eine enorme Dynamik entwickeln können. Sie erläuterte praxisnah, wie eine frühzeitige Risikobewertung, geeignete Stallkonzepte und das Zusammenspiel zwischen Feuerwehr und Landwirten zu einer effizienten Schadensbegrenzung beitragen können.
Im Anschluss daran richtete Wolfgang Beißmann, 1. Bürgermeister der Stadt Pfarrkirchen, den Blick auf die kommunale Ebene. Das Thema lautete Sturzflutkonzepte in der gemeindlichen Gefahrenabwehr. Anhand konkreter Beispiele zeigte er, wie sich Gemeinden auf lokale Extremwetterlagen vorbereiten können und welche Bedeutung präventive Maßnahmen, wie Gefahrenkarten oder kommunale Alarm- und Einsatzpläne, in der Praxis haben.
Städte und Gemeinden müssen auf zunehmende Belastungen durch Starkregen, Hochwasser reagieren. Es wurde aufgezeigt, welche infrastrukturellen und organisatorischen Weichenstellungen notwendig sind, um im Ereignisfall handlungsfähig zu bleiben. Besonders hob er die enge Abstimmung zwischen Kommune, Feuerwehr und weiteren Hilfsorganisationen hervor, die eine erfolgreiche Schadensbewältigung überhaupt erst ermöglichen.
Den abschließenden Vortrag des Abends hielt Dr. Ulrich Cimolino, Vorsitzender des
Arbeitskreises Waldbrand im Deutschen Feuerwehrverband und Leiter der Expertenkommission "Dynamische Schadenslage" der VFDB. In seinem Beitrag "Dynamische Schadenslagen - vom Starkregen bis zum Vegetationsbrand" analysierte er eindrucksvoll die veränderte Einsatzrealität der Feuerwehren. Anhand aktueller Entwicklungen, statistischer Daten und Einsatzerfahrungen zeigte er auf, wie stark Extremwetterereignisse in den letzten Jahren zugenommen haben und welche Anforderungen daraus an Ausbildung, Ausrüstung und taktisches Vorgehen entstehen. Cimolino betonte, dass Feuerwehren künftig noch stärker interdisziplinär arbeiten und flexibel auf schnell eskalierende Situationen reagieren müssen.
Ausstellung moderner Katastrophenschutzausstattung
Begleitend zu den Vorträgen wurde im Außenbereich der Stadthalle ein Teil der überörtlichen Katastrophenschutzausstattung des Landkreises präsentiert. Große Aufmerksamkeit erhielten dabei die neun Abrollbehälter Sandsack, Strom und Wasser, die im Landkreis stationiert sind und im Ernstfall schnell und flexibel eingesetzt werden können.
Ebenfalls vorgestellt wurden der neue CBRN-Erkunder sowie der SW-Kat, zwei Fahrzeuge, die vom Bund finanziert wurden und
die technische Schlagkraft des Landkreises im Bereich Gefahrguterkennung und Katastrophenschutz erheblich stärken. Viele der anwesenden Einsatzkräfte nutzten die Gelegenheit, die Fahrzeuge und ihre Ausrüstung aus nächster Nähe zu begutachten und sich über deren Einsatzmöglichkeiten zu informieren. 
Nach rund drei Stunden endete der Fachvortragsabend. Die Veranstaltung verdeutlichte erneut, wie wichtig kontinuierliche Fortbildung und eine enge Zusammenarbeit aller Hilfsorganisationen sind, um den zunehmenden Herausforderungen im Brand- und Katastrophenschutz effektiv begegnen zu können.


