07.03.2023 Öl auf Gewässer Rott im Bereich Postmünster
Am Nachmittag des 07.03.2023 bemerkte ein Passant Heizölgeruch auf der Rott. Er befand sich auf dem Radweg zwischen Postmünster und Pfarrkirchen. Beim genaueren Hinsehen waren auch Ölschlieren auf der Wasseroberfläche zu erkennen.
Über Notruf wurde die Integrierte Leitstelle in Passau darüber verständigt. Diese löste zunächst um 14:45 Uhr Alarm nach Stichwort „ABC Öl Wasser#Gefahrstoff#Öl auf fließendem Gewässer“ aus. Hierbei wurden die zuständige Ortswehr Postmünster, der zuständige Kreisbrandmeister Stefan Niedermeier, sowie Fach-Kreisbrandmeister (ABC) Heiko Schedlbauer alarmiert. Nachdem derzeit das Löschgruppenfahrzeug LF 8 der Feuerwehr Postmünster wegen der laufenden Ersatzbeschaffung abgemeldet ist, wurde noch während der Anfahrt der alarmierten Kräfte, die Feuerwehr Schalldorf als weitere Gruppe nachalarmiert.
Bei Eintreffen der ersten Einsatzkräfte an beiden Seiten der Rott, konnte die gemeldete Lage bestätigt werden. Aus diesem Grund wurde umgehend die Nachalarmierung der Feuerwehr Pfarrkirchen zum Errichten einer Ölsperre veranlasst. Außerdem wurde ein Vertreter des Wasserwirtschaftsamtes, sowie die Polizei angefordert. Parallel zur Nachalarmierung wurde die Ausbreitung des Schadstoffeintrages in das Gewässer weiter erkundet.
Auf Grund der Erkenntnisse der weiteren Erkundung wurde entschieden, die Ölsperre der Feuerwehr Pfarrkirchen im Bereich der Brücke Bundesstraße B388 zu errichten. Des Weiteren wurde die Feuerwehr Bad Birnbach ebenfalls mit Ölsperren an die Rottbrücke in Postmünster nachalarmiert.
Nach deren Eintreffen an der Einsatzörtlichkeit erkundete der Vertreter des Wasserwirtschaftsamtes mit den Beamten der Polizei Pfarrkirchen die Ursache der Ölverschmutzung.
Über das Mehrzweckfahrzeug der Feuerwehr Pfarrkirchen wurde eine Führungsunterstützung/Einsatzleitung eingerichtet. Die Einsatzleitung hat Kreisbrandmeister Stefan Niedermeier übernommen.

Die Einsatzstelle wurde in mehrere Abschnitte eingeteilt. Einsatzabschnitt 1 war im Bereich der Brücke B388 über die Rott und die dort errichtete Ölsperre. Diesem Abschnitt waren die Feuerwehren Postmünster, Schalldorf und Pfarrkirchen zugeordnet. Übernommen wurde der Abschnitt vom Kommandanten der Feuerwehr Pfarrkirchen, Gerald Wimmer.
Einsatzabschnitt 2 war im Bereich der Rottbrücke Postmünster. Diesem Abschnitt war die Feuerwehr Bad Birnbach zugeordnet. Geleitet wurde der Abschnitt von Kreisbrandmeister Maximilian Kaiser.
Einsatzabschnitt 3 wurde die Erkundung der Ursache im Ortsgebiet Postmünster zugeordnet. Diesen Abschnitt übernahm F-KBM Heiko Schedlbauer. Diesem Abschnitt wurde der gegen 16 Uhr nachalarmierte Öl-Wehr-Zug des Landkreises Rottal-Inn zugeordnet.
Bereitstellungsraum für die Öl-Wehr war der Volksfestplatz in Postmünster. Hier positionierte sich die Führungsunterstützung Öl-Wehr, Feuerwehr Tann, und hier sammelten sich die Einheiten der Feuerwehren Simbach am Inn und Kirchdorf am Inn.

Zwischenzeitlich standen beide Ölsperren in der Rott. So konnten nach Eintreffen der Öl-Wehr Rottal-Inn die weiteren Maßnahmen zum Binden, bzw. Aufsaugen des Öles besprochen werden.
An der Ölsperre im EA 1 wurden daraufhin Vlies und Ölschlängeln mit eingebracht. Zusätzlich wurde etwas flussabwärts eine weitere Sperre mittels Ölschlängeln errichtet. Hierzu leistete das neu beschaffte Flachwasserschubboot der Feuerwehr Pfarrkirchen gute Dienste.
Im EA 2 wurde im Bereich eines Gerinnes, das in die Rott läuft, auch Vlies und Ölschlängel platziert. Diese wurden mit Sandsäcken des Gemeindebauhofes Postmünster stabilisiert.
Parallel zu all diesen Maßnahmen lief die Erkundung der Ursache im Ortsgebiet Postmünster. Hierzu wurde zur Unterstützung eine Fachfirma mit einer Rohrkamera hinzugezogen.
Im weiteren Einsatzverlauf wurde ein verschmutzter Schacht mit Wasser gespült, hierzu wurde das Löschgruppenfahrzeug 20/16 der Feuerwehr Pfarrkirchen nachgefordert.
Nachdem an diesem Abend keine eindeutige Ursache der Ölverschmutzung festgestellt werden konnte, wurde der Feuerwehr- und Öl-Wehr-Einsatz gegen 18:30 Uhr beendet. Nach Rücksprache mit dem Verantwortlichen des Wasserwirtschaftsamtes verblieben die Ölsperren in der Rott.
In den nächsten Tagen ging die Ursachenforschung der zuständigen Behörden weiter.
Am Samstag, den 11.03.2023 konnten die Ölsperren wieder aus der Rott entfernt werden. Ebenfalls wurden Vlies und Ölschlängel entfernt und der fachgerechten Entsorgung zugeführt. Diese Arbeiten übernahmen die Feuerwehren Postmünster und Pfarrkirchen, unterstützt vom Bauhof Postmünster.
Eingesetzte Kräfte:
FF Postmünster mit LF 8 und MZF
FF Schalldorf mit TSF
FF Pfarrkirchen mit KdoW, MZF, HLF 20; Mehrzweckanhänger, Ölsperren, Flachwasserschubboot, LF 20/16
FF Bad Birnbach mit MZF, RW, TLF, Mehrzweckanhänger, Ölsperren
FF Tann mit MZF (FU Öl-Wehr)
FF Simbach am Inn mit MTW, RW, Ausstattung Öl-Wehr
FF Kirchdorf am Inn mit VLKW
Kreisbrandinspektion Rottal-Inn mit
Kreisbrandmeister 5/1 Stefan Niedermeier, Kreisbrandmeister 5/3 Maximilian Kaiser
F-Kreisbrandmeister 1/3 Heiko Schedlbauer
Polizei Pfarrkirchen, Wasserwirtschaftsamt Deggendorf, Bauhof der Gemeinde Postmünster
Fa. Hirsch Städtereinigung Pfarrkirchen
Fazit:
Auch bei diesem Einsatz zeigte sich wieder die reibungslose Zusammenarbeit im Bereich Öl-Wehr. Hier zusätzlich auch im Zusammenspiel mit dem Modul Ölsperren. Von allen Einsatzkräften gemeinsam konnte ein größerer Umweltschaden abgewendet werden. Auch die Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden verlief wieder perfekt.
Text: KBM S. Niedermeier
Fotos: KBM S. Niedermeier

Die Feuerwehren Dirnaich und Gangkofen konnten, nachdem mehrere Ölsperren gesetzt waren, zwischenzeitlich aus dem Einsatz herausgelöst werden. Im Ortsgebiet von Hölsbrunn wurden weitere Schächte und Gebäude auf ausgetretenes Öl kontrolliert.




Nachdem der Stoffeintrag zuvor bereits stark minimiert worden war, konnte er gegen 16 Uhr endgültig gestoppt werden, heißt es von der Wacker-Pressestelle. Analysen bestätigten die ersten Erkenntnisse, wonach es sich bei dem eingetragenen Stoff um Silikonöl handelt. Silikonöl ist kein Gefahrstoff. Dennoch wurden die zuständigen Behörden unverzüglich informiert und ermitteln gegenwärtig gemeinsam mit Fachleuten von Wacker mögliche Ursachen des Stoffeintrags. Untersucht werden in diesem Zuge auch Proben, die von der Feuerwehr Mehring im Alzkanal oberhalb des Werks gezogen wurden. Zeitweise waren auch dort leichte Schlieren festzustellen. Derzeit geht Wacker nicht von einem direkten Zusammenhang aus. Vorsorglich werden die eingezogenen Ölsperren im Alzkanal noch für mehrere Tage belassen, so die Wacker-Pressestelle.