Am 25. April fand im Zeitraum von 08:30 Uhr bis 12:00 Uhr eine groß angelegte Störfallübung im Flüssiggasbetrieb der Firma Tyczka in Unterdietfurt statt. Ziel der Übung war es, die Zusammenarbeit der verschiedenen Einsatzkräfte sowie die Abläufe nach Auslösung des externen Notfallplans realitätsnah zu erproben.

Die Übung begann um 08:30 Uhr mit dem Einsatzstichwort B-BMA (Brandmeldeanlage). Nach dem Eintreffen der ersten Einsatzkräfte und einer ersten Erkundung vor Ort wurde schnell festgestellt, dass es sich um ein umfangreicheres Schadensszenario handelt. Daraufhin wurde der externe Notfallplan ausgerufen.

Dieser Plan regelt die strukturierte Zusammenarbeit aller beteiligten Organisationen und teilt die Einsatzkräfte in klar definierte Bereiche und Aufgabenfelder ein. Im weiteren Verlauf wurde der Örtliche Einsatzleiter, Kreisbrandinspektor Stefan Niedermeier, die Örtliche Einsatzleitung (ÖEL) am Feuerwehrhaus Huldsessen eingerichtet und besetzt. Hier kam der neue ELW zum Einsatz, der vor kurzem in Dienst gestellt wurde. Die Feuerwehreinsatzleitung übernahm die Feuerwehr Unterdietfurt mit dem zweiten Kommandanten.

Der Feuerwehreinsatz wurde in mehrere Abschnitte gegliedert. Der Abschnitt Wasserförderung wurde von KBM Josef Holzhauser mit der Führungsunterstützung geleitet. Die Aufgabe war zwei Wasserleitungen zum Schadensobjekt zu verlegen. Die Wasserentnahmen waren auf der anderen Seite der Bahnstrecke die direkt am Firmengelände vorbeiführt. Die Maßnahmen wurden in Abstimmung mit dem Notfallmanager Bahn durchgeführt, der sich vor Ort befand. 

Den Abschnitt Gefahrenbereich / Brandbekämpfung wurde von KBM Peter Strobel mit der Führungsunterstützung aus Mitterskirchen geleitet. Die Aufgabe bestand darin, Personenrettungen auf dem Firmengelände unter besonderen Schutzmaßnahmen durchzuführen und die austretende Gaswolke niederzuschlagen. Diese Maßnahmen wurden in Abstimmung mit dem BRK und dem Gefahrgutzug durchgeführt.

Der Bereich Schadensstelle / Gefahrgutzug wurde von Fach-KBM Heiko Schedlbauer mit dem ELW aus Tann geleitet. Dieser Abschnitt wurde unterteilt in den Bereich Schadensstelle, Warnen und Evakuieren. Der Unterabschnitt Warnen wurde von Fach-KBM Dominik Mayer und der Bereich Evakuierung von KBM Andreas Ortmaier geleitet.

Die Herausforderung bestand darin den Ausstritt von Flüssigpropan zu stoppen und abzudichten. Um diese Maßnahmen ausführen zu können wurden Trupps unter Chemikalienschutzkleidung ausgerüstet. Diese Maßnahmen wurden von der Feuerwehr Eggenfelden und Bad Birnbach durchgeführt. Ein Dekontaminationsplatz wurde aufgebaut und durch die Einheiten aus Triftern, Wittibreut und der CBRN-Einheit des BRK-Gangkofen betrieben.

Bei solch einem Szenario ist es für die Verantwortlichen enorm wichtig zu wissen welche Konzentrationen sich in der Umgebung befinden. Um dies zu Messen und zu detektieren, wurde die Feuerwehr Pfarrkirchen mit dem CBRN-Erkunder beauftragt Schadstoffmessungen durchzuführen und eine Dokumentation anzufertigen. Es kann somit festgestellt werden, wo Konzentrationen zu Hoch sind und eventuell Warnungen oder Evakuierungen erforderlich sind. 

Als Übungsszenario wurde ein massiver Flüssiggasaustritt (Propan) in einer Verteilerstation angenommen. Auf dem Firmengelände waren mehrere Personen vermisst. Aufgrund der hohen Gefährdungslage durch das austretende Gas wurde ein großräumiger Sicherheitsbereich eingerichtet.

Zur Warnung der Bevölkerung wurden die Katastrophenschutzsirenen ausgelöst. Parallel dazu, erfolgten Warnungen mittels fünf mobiler Sirenenanlagen auf Feuerwehrfahrzeugen im betroffenen Gebiet sowie im erweiterten Umkreis. Im Rahmen der Übung wurde zudem eine Evakuierung im Schadensbereich durchgeführt, um auch diesen wichtigen Aspekt des Bevölkerungsschutzes praxisnah zu trainieren. Die Evakuierungsmaßnahmen wurden von Feuerwehr, BRK und THW durchgeführt. Die Maßnahmen finden in enger Abstimmung mit der Polizei statt. Ca. 30 Personen (Übungsdarsteller) mussten evakuiert und in die Notunterkunft nach Massing transportiert werden. Dort wurde vom BRK eine Versorgungsstation für Betroffene eingerichtet. 

 

Insgesamt waren rund 300 Einsatzkräfte beteiligt, darunter:

  • Feuerwehren aus dem gesamten Landkreis
  • Technisches Hilfswerk (THW)
  • Bayerisches Rotes Kreuz (BRK)
  • Kreiseinsatzzentrale (KEZ)
  • Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK) im Landratsamt
  • verschiedene Behörden / Beobachter  
  • Notfallmanager der Bahn

Die Übung diente insbesondere dazu:

  • die Kommunikationswege zwischen den Organisationen zu überprüfen,
  • die Abläufe im externen Notfallplan zu festigen,
  • die Koordination einer großen Einsatzlage zu trainieren,
  • sowie die Warn- und Evakuierungsmaßnahmen zu erproben.

Bei einer gemeinsamen Nachbesprechung und Verpflegung in der Turnhalle Massing wurde durch die Sachgebietsleiterin Diana Steinhuber die Übung kurz erläutert. Insgesamt verlief die Übung sehr erfolgreich und lieferte wertvolle Erkenntnisse. Mit den neuen Erkenntnissen wird der Notfallplan noch weiter optimiert.