Feuerwehrjungend des österreichischen Bezirks Braunau teilte das Licht mit den Kameraden aus dem Landkreis – Feierliche Übergabe fand zum 26. Mal statt.
Sehr feierlich war die Übergabe des Friedenslichtes aus Bethlehem in der mit über 700 Menschen gefüllten Simbacher Stadtpfarrkirche St. Marien. Zum 26. Mal brachte die Feuerwehrjugend aus dem oberösterreichischen Bezirk Braunau kurz vor Weihnachten das Licht über den Inn zu den jungen Feuerwehrkameraden im Landkreis Rottal-Inn. Die Nacht hatte sich übers Inntal gelegt, nebelig war es, zart leuchteten die Kerzen am Christbaum auf dem Kirchenplatz, wo viele junge Feuerwehrfrauen- und Männer aus Rottal-Inn ein imposantes Spalier hin zum Portal des Gotteshauses bildeten, brennende Fackeln hielten sie in den Händen. In der Anton-Gober-Straße formierte sich ein Zug der Kameradschaften aus Österreich, vorneweg trugen zwei Mädchen von der Feuerwehr Thannstraß der Gemeinde Höhnhart eine große Laterne mit dem Friedenslicht. Von der Blaskapelle Kößlarn wurde die Formation aus dem Nachbarland abgeholt und musikalisch durch das Spalier geleitet.
Vor der Kirche warteten die Geistlichen, Vertreter der Politik und des Feuerwehrwesens diesseits und jenseits des Inns, so MdB Günter Baumgartner, MdL Martin Wagle, Landrat Michael Fahmüller, Bürgermeister Klaus Schmid aus Simbach, Vizebürgermeister Alfred Hermann aus Braunau, zahlreiche weitere Vertreter der Nachbargemeinden, darunter Bürgermeisterin Edith Lirsch aus Triftern, Kreisbrandrat Rene Lippeck, extra aus Memmingen war stellvertretender FFW-Landesjugendwart Andreas Lang angereist, weiter waren u. a. auch die Kreisbrandräte aus Landshut und Kelheim in Simbach.
Das Friedenslicht nahm heuer offiziell die Jugendfeuerwehr aus Triftern entgegen. Bis auf den letzten Platz waren die Bänke der großen Stadtpfarrkirche besetzt, vornehmlich mit jungen Feuerwehrlern aus Österreich und Bayern, zudem wurden sogar die Stehplätze knapp. Vom Chorraum erklang festliche Blasmusik, dargebracht von der Blaskapelle Kößlarn. Der mitreißende Gesang des Chores „Da Capo“ aus Julbach steckte gleich alle an, es wurde mitgeklatscht und mitgesungen und so herrschte eine ganz besondere Stimmung vom Anfang der Feier bis zum Schluss. Das Friedenslicht wurde vor den Altar getragen, eine junge Österreicherin trug das von Erwin Dürnberger verfasste Gedicht vor. Darin hieß es: „Diese kleine Flamme hier in meiner Hand, bringt nur wenig Licht in unser Land. Was bewirkt denn schon dieser kleine Schein? Sehr viel, lässt man ihn erst richtig sein. Gebt es weiter, einem nach dem andern, schon beginnt der Lichterschein zu wandern…“. „Es ist einfach beeindruckend, hier zu sein, umgeben von vielen hundert jungen Menschen. Hunderte Chancen, diese Welt ein kleines Stück heller und friedvoller zu machen.
Ein kleines Licht, das in Bethlehem entzündet wurde, der Ort an dem Jesus geboren wurde, der sagte: „Ich bin das Licht der Welt“. Dieses Licht steht für Nähe, Hoffnung, Frieden. Die Flamme hat viele Herausforderungen überwunden, ist durch Dunkelheit, Kälte und Unsicherheit gereist“, so Stadtpfarrer Joachim Steinfeld, der weiter zu bedenken gab, dass man beim Entgegennehmen des Friedenslichtes nicht einfach eine Kerze in die Hand nehme, sondern die Aufgabe, das Licht Jesu in die Welt zu tragen, gibt es doch so viele Dunkelheiten mit Krieg, Ungerechtigkeit, Hass und Angst. „Gerade ihr von den Jugendfeuerwehren wisst, was Licht bedeutet, vor allem bei einem nächtlichen Einsatz. Licht schafft Orientierung, gibt Sicherheit. Und genauso sagt Jesus zu uns: „Ihr seid das Licht der Welt, nicht nur in großen Momenten, sondern auch im Kleinen. Hört nicht auf, euch für das Gute einzusetzen, für Frieden und Versöhnung, sei es im Freundeskreis, in der Schule, bei der Arbeit, in der Gesellschaft, in der Feuerwehr.
Euer Mut, für die Gerechtigkeit einzutreten, kann das Leben eines anderen Menschen verändern, aber auch das der Gesellschaft“, so Steinfeld. Bezugnehmend auf die vorher gehörte Lesung aus dem Matthäus-Evangelium sagte er: „Stellt das Licht nicht unter den Scheffel! Mit anderen Worten: Versteckt euch nicht! Versteckt nicht euer Engagement, eure Hilfsbereitschaft. Gerade jetzt, da vieles unsicher ist, da braucht unsere Welt junge Menschen, die sagen: „Wir halten das Licht hoch, wir lassen es leuchten und nicht ausgehen“, sagte Dekan Joachim Steinfeld. Von der FFW-Jugend wurden Fürbitten vorgetragen, miteinander das „Vater unser“ gesungen. „Ein kleines Licht wird jedes Jahr in Bethlehem entzündet und macht sich von dort auf den Weg durch viele Länder. Es stammt aus einer Region, in der Frieden leider keine Selbstverständlichkeit ist, auch in Europa erleben Menschen seit Jahren Gewalt und Zerstörung. Feuerwehrkameradinnen- und Kameraden leisten dort Hilfe oft bis an ihre Grenzen“, betonte Landrat Michael Fahmüller. Er dankte den Feuerwehren, dass sie die Tradition der Lichtübergabe im Zeichen des Friedens über Ländergrenzen hinweg bereits seit über einem Vierteljahrhundert aufrechterhalten. Herzlich bedankte er sich bei den Jugendfeuerwehren für ihren Einsatz, ihre Bereitschaft zum Helfen. Nun war der große Moment gekommen, das Friedenslicht wurde geteilt und weiter gereicht, so dass es in der Kirche immer heller wurde. Von Simbach aus wurde das Friedenslicht nun in die jeweiligen Gemeinden zum Weiterentfachen gebracht. Federführend hatte wieder stellvertretender Kreisjugendfeuerwehrwart Gottfried Burner die Organisation der Friedenslichtübergabe übernommen. Im Pfarrheim gab es noch ein Beisammensein, man wünschte sich frohe Weihnachten, ein gutes neues Jahr und vor allem Frieden auf der Welt.
Text: Christina Schmid, Simbach a. Inn
Bilder: KJF Rottal-Inn

Viele Ehrengäste versammelten sich mit der FFW-Jugend zum Gruppenfoto vor dem Altar. Federführender Organisator der Friedenslichtübergabe war wiederum stellvertretender FFW-Kreisjugendwart Gottfried Burner (neben der großen Laterne kniend).